Viele Altbau-Besitzer denken, eine Wärmepumpe funktioniert nur im Neubau. Falsch! Moderne Hochtemperatur-WP arbeiten auch mit Heizkörpern effizient. Mit bis zu 70% Förderung wird der Umstieg jetzt bezahlbar.
Moderne Wärmepumpen arbeiten auch im unsanierten Altbau effizient – mit bis zu 70% Förderung
Der verbreitetste Mythos: "Eine Wärmepumpe funktioniert nur mit Fußbodenheizung im Neubau." Das ist schlicht falsch. Zahlreiche Feldstudien des Fraunhofer ISE zeigen, dass Wärmepumpen auch in Bestandsgebäuden effizient arbeiten – selbst ohne Fußbodenheizung und ohne Komplettsanierung.
Entscheidend sind drei Faktoren: Die richtige Wärmepumpen-Technologie, eine angemessene Heizflächenauslegung und gegebenenfalls gezielte Minimal-Sanierung. In diesem Ratgeber erklären wir, wie Sie die optimale Lösung für Ihren Altbau finden.
Gebäude mit doppelverglasten Fenstern und teilweiser Dämmung. Hier arbeitet eine Standard-Luft-Wasser-Wärmepumpe bereits sehr effizient. Oft sind großflächige Heizkörper vorhanden, die niedrige Vorlauftemperaturen ermöglichen.
Typische Nachkriegsbauten mit einfacher Verglasung oder alten Doppelglasfenstern. Geringe Dämmung, aber meist solide Bausubstanz. Hier empfiehlt sich eine Hochtemperatur-Wärmepumpe oder gezielte Einzelmaßnahmen zur Senkung der Vorlauftemperatur.
Gründerzeit, Fachwerkhäuser oder historische Gebäude mit hohem Wärmebedarf. Hier ist eine Hochtemperatur-Wärmepumpe oder ein Hybrid-System (WP + Gas-Spitzenlastkessel) sinnvoll. Gezielte Sanierungsmaßnahmen verbessern die Effizienz deutlich.
Die gute Nachricht: Sie müssen nicht zwingend auf Fußbodenheizung umrüsten. Es gibt verschiedene Strategien:
| Option | Vorlauftemp. | Kosten | Aufwand | Effizienz-Gewinn |
|---|---|---|---|---|
| Bestehende Heizkörper beibehalten | 55-75°C | 0 Euro | Keiner | Basis |
| Heizkörper vergrößern | 45-55°C | 200-500 Euro/Stk | Gering | +15-25% |
| Niedertemperatur-Heizkörper | 40-50°C | 400-800 Euro/Stk | Mittel | +20-35% |
| Fußbodenheizung (einzelne Räume) | 35-40°C | 50-80 Euro/m² | Hoch | +30-45% |
| Fußbodenheizung (komplett) | 30-35°C | 80-120 Euro/m² | Sehr hoch | +40-55% |
Praxis-Tipp: Oft reicht es, in den Haupträumen (Wohnzimmer, Küche) größere Heizkörper oder Niedertemperatur-Heizkörper einzubauen. Das Bad bekommt eine Fußbodenheizung. Die Schlafzimmer bleiben wie sie sind – hier sind niedrigere Temperaturen ohnehin gewünscht.
Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur, auf die das Heizwasser erwärmt wird. Je niedriger sie ist, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe. Jedes Grad weniger spart ca. 2,5% Energie.
| Position | Kosten (ca.) | Förderung |
|---|---|---|
| Luft-Wasser-WP inkl. Installation | 22.000-32.000 Euro | BEG 30-70% |
| Sole-Wasser-WP inkl. Bohrung | 30.000-45.000 Euro | BEG 30-70% + Klimabonus |
| Heizkörper-Austausch (8 Stück) | 3.000-6.000 Euro | BEG 15-20% |
| Fußbodenheizung nachrüsten (100m²) | 8.000-12.000 Euro | BEG 15-20% |
| Hydraulischer Abgleich | 800-1.200 Euro | BEG 15-20% |
| Pufferspeicher (500L) | 1.500-2.500 Euro | Im WP-Antrag enthalten |
Dank der BEG-Förderung von bis zu 70% können Sie eine Wärmepumpe im Altbau für einen Eigenanteil von unter 10.000 Euro realisieren. Insbesondere der Speed-Bonus (alte Heizung) und der Klimabonus (natürliches Kältemittel) machen den Umstieg äußerst attraktiv.
Die ideale Kombination für Altbau-Besitzer: Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach liefert günstigen Strom für die Wärmepumpe. So senken Sie die Heizkosten um weitere 30-50%.
Unser Planer zeigt Ihnen, welche Wärmepumpe zu Ihrem Altbau passt und wie viel Förderung Sie erhalten.
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